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Testosteronmangel beim Mann: Anzeichen, Ursachen und wann ein Bluttest sinnvoll ist

Von Equipe Editorial GuiaDeSaudeAktualisiert am 05. Juni 202610 Min. Lesezeit
Nachdenklicher Mann mittleren Alters sitzt am Fenster und wirkt müde, als Sinnbild für mögliche Anzeichen eines Testosteronmangels
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Müdigkeit, weniger Lust auf Sex, eine gedrückte Stimmung oder das Gefühl, körperlich nicht mehr so belastbar zu sein wie früher: Viele Männer kennen solche Phasen, und nicht selten taucht dabei die Frage nach dem Testosteron auf. Das wichtigste männliche Geschlechtshormon hat in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit bekommen, begleitet von zahlreichen Versprechen, wie man es angeblich schnell steigern könne. Dabei geht oft unter, wie ein echter Testosteronmangel tatsächlich aussieht, wie selten er an einem einzigen Wert ablesbar ist und warum eine ruhige, sachliche Einordnung wichtiger ist als jede schnelle Lösung.

Dieser Ratgeber führt ohne Aufregung und ohne Versprechen durch das Thema. Sie erfahren, was Testosteron im Körper überhaupt bewirkt, welche Anzeichen auf einen Mangel hindeuten können, welche Ursachen und Risikofaktoren eine Rolle spielen, wie die Diagnose über einen Bluttest abläuft und welche Alltagsfaktoren einen gesunden Spiegel unterstützen können. Wichtig vorab: Die folgenden Inhalte dienen der Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Ob ein Mangel vorliegt und was zu tun ist, können nur ein Bluttest und die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt klären.

Was Testosteron ist und was es im Körper macht

Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon. Gebildet wird es vor allem in den Hoden, gesteuert über übergeordnete Zentren im Gehirn, die wie ein Regelkreis funktionieren. Diese Steuerzentren senden Signale an die Hoden und passen die Hormonbildung laufend an den Bedarf an. Schon dieser Aufbau zeigt, dass der Testosteronspiegel kein starrer Wert ist, sondern ein Ergebnis aus dem Zusammenspiel mehrerer Organe.

Im Körper ist Testosteron an erstaunlich vielen Vorgängen beteiligt. Es spielt eine zentrale Rolle für das sexuelle Verlangen und die Fortpflanzungsfähigkeit, unterstützt den Aufbau und Erhalt von Muskelmasse und trägt zur Stärke der Knochen bei. Außerdem ist es an der Bildung roter Blutkörperchen beteiligt, die den Sauerstoff im Blut transportieren. Auch auf Energie, Antrieb und Stimmung wird ihm ein Einfluss zugeschrieben. Wer mehr darüber wissen möchte, wie Muskelgewebe entsteht und erhalten bleibt, findet im Beitrag zum Muskelaufbau eine ausführliche Übersicht.

Weil Testosteron so viele Bereiche berührt, können sich Veränderungen des Spiegels auf ganz unterschiedliche Weise zeigen. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass viele dieser Bereiche von zahlreichen anderen Faktoren beeinflusst werden. Müdigkeit, Stimmungstiefs oder ein nachlassendes Verlangen sind also nicht automatisch Zeichen eines Hormonmangels. Genau deshalb braucht es eine sorgfältige Einordnung, statt aus einem einzelnen Beschwerdebild vorschnell auf das Testosteron zu schließen.

Mann mittleren Alters sitzt nachdenklich am Schreibtisch und wirkt erschöpft, als Hinweis auf mögliche unspezifische Anzeichen wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit
Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder eine gedrückte Stimmung können viele Ursachen haben und sind allein noch kein Beweis für einen Testosteronmangel.

Häufige Anzeichen eines Testosteronmangels

Die Anzeichen eines Testosteronmangels lassen sich grob in mehrere Bereiche einteilen, auch wenn sie bei jedem Mann unterschiedlich stark ausfallen. Am bekanntesten sind die Veränderungen im sexuellen Bereich. Dazu zählen ein nachlassendes sexuelles Verlangen, seltenere spontane Erektionen sowie Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder zu halten. Solche Veränderungen werden von Betroffenen oft als besonders belastend empfunden und sind nicht selten der Anlass, überhaupt ärztlichen Rat zu suchen.

Daneben gibt es Anzeichen, die den allgemeinen Zustand betreffen. Viele Männer berichten von anhaltender Müdigkeit, einem Mangel an Antrieb und Motivation, einer gedrückten Stimmung oder von Reizbarkeit. Auch Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren oder geistig auf der Höhe zu sein, werden in diesem Zusammenhang genannt. Hinzu kommen körperliche Veränderungen, die sich meist langsam über Monate entwickeln: der Verlust an Muskelmasse und Kraft, eine Zunahme von Bauchfett, eine nachlassende Belastbarkeit sowie in manchen Fällen Hitzewallungen oder ein spürbarer Rückgang der Körperbehaarung. Über lange Zeit kann ein niedriger Spiegel zudem die Knochenstärke beeinträchtigen.

So unterschiedlich diese Anzeichen sind, sie haben eines gemeinsam: Sie sind unspezifisch. Das bedeutet, dass jedes einzelne von ihnen auch ganz andere Ursachen haben kann. Anhaltende Müdigkeit etwa kann von Stress, Schlafmangel oder einer anderen Erkrankung herrühren, eine gedrückte Stimmung kann viele Hintergründe haben, und Schlafprobleme wie eine Schlaflosigkeit wirken sich ebenfalls auf Energie und Antrieb aus. Auch nächtliches Schnarchen, das mit Atemaussetzern einhergeht, kann den Schlaf stören und tagsüber müde machen. Aus diesem Grund lässt sich ein Testosteronmangel niemals allein anhand der Beschwerden feststellen. Sie sind ein möglicher Hinweis, mehr aber nicht.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen eines niedrigen Testosteronspiegels lassen sich in zwei große Gruppen einteilen. Bei der einen Gruppe liegt das Problem in den Hoden selbst, dort, wo das Hormon gebildet wird. Mögliche Hintergründe sind Verletzungen, Entzündungen, bestimmte medizinische Behandlungen oder angeborene Besonderheiten. Bei der zweiten Gruppe funktionieren die Hoden im Prinzip, doch die übergeordneten Steuerzentren im Gehirn senden nicht ausreichend Signale, sodass die Hormonbildung gedrosselt wird. Auch hier kommen verschiedene Ursachen infrage, von Erkrankungen dieser Steuerzentren bis zu bestimmten Medikamenten.

Neben diesen klar abgrenzbaren Ursachen gibt es eine Reihe von Umständen und Risikofaktoren, die mit einem niedrigeren Testosteronspiegel in Verbindung gebracht werden. Dazu zählen vor allem:

  • Zunehmendes Alter: Der Spiegel nimmt bei vielen Männern mit den Jahren langsam ab, und die als normal geltenden Werte liegen im höheren Alter niedriger als in jungen Jahren.
  • Deutliches Übergewicht: Ein hohes Körpergewicht wird häufig mit niedrigeren Werten in Verbindung gebracht.
  • Chronische Erkrankungen: Bestimmte Langzeiterkrankungen, etwa ein schlecht eingestellter Diabetes, können eine Rolle spielen.
  • Gestörter Schlaf: Schlafbezogene Atemstörungen und dauerhaft schlechter Schlaf gehören ebenfalls zu den möglichen Einflussfaktoren.
  • Bestimmte Medikamente und Substanzen: Einige Arzneimittel sowie ein übermäßiger Alkoholkonsum können sich auf den Spiegel auswirken.

Wichtig ist, diese Faktoren nicht überzubewerten. Sie erklären, warum ein niedriger Wert auftreten kann, beweisen aber für sich genommen keinen behandlungsbedürftigen Mangel. Oft kommen mehrere Umstände zusammen, und manchmal sinkt der Spiegel auch vorübergehend, etwa während einer akuten Erkrankung, um sich danach wieder zu erholen. Welche Ursache im Einzelfall vorliegt, lässt sich nur durch eine ärztliche Untersuchung klären, die das Gesamtbild berücksichtigt.

Wie die Diagnose gestellt wird

Sicher feststellen lässt sich ein Testosteronmangel nur über das Blut. Am Anfang steht meist ein ausführliches Gespräch, in dem die Beschwerden, ihre Dauer, mögliche Vorerkrankungen und eingenommene Medikamente erfragt werden. Schon dieser Schritt hilft, das Bild einzuordnen und andere mögliche Ursachen mitzudenken. Erst danach folgt die eigentliche Messung über einen Bluttest.

Bei der Blutabnahme spielt der Zeitpunkt eine Rolle. Weil der Testosteronspiegel einem Tagesrhythmus folgt und in den frühen Morgenstunden am höchsten ist, wird die Probe in der Regel am Vormittag genommen. Eine Messung zu einer anderen Tageszeit könnte ein verzerrtes Bild ergeben. Da der Wert zudem natürlichen Schwankungen unterliegt und durch vorübergehende Umstände beeinflusst werden kann, wird ein niedriger Befund meist nicht sofort als gesichert betrachtet. Üblich ist, die Messung an einem zweiten Tag zu wiederholen, bevor von einem Mangel gesprochen wird. War der niedrige Wert während einer akuten Erkrankung entstanden, kann es sinnvoll sein, nach deren Abklingen erneut zu messen.

Je nach Situation können weitere Blutwerte bestimmt werden, um die Ursache genauer einzugrenzen, etwa um zwischen einem Problem in den Hoden und einem in den Steuerzentren des Gehirns zu unterscheiden. Manchmal gehören auch andere Untersuchungen dazu, und ein allgemeines Blutbild kann ergänzende Hinweise auf den Gesundheitszustand geben. Entscheidend ist, dass die Einordnung all dieser Ergebnisse in ärztliche Hände gehört. Aus einem Laborzettel allein lässt sich keine verlässliche Diagnose ableiten, und genau deshalb sind das Gespräch und die fachliche Bewertung so wichtig.

Medizinische Fachkraft entnimmt einem Mann am Vormittag in einer hellen Praxis eine Blutprobe aus dem Arm
Ein Testosteronmangel lässt sich nur über einen Bluttest feststellen, der meist am Morgen abgenommen und in der Regel wiederholt wird.

Alltagsfaktoren, die einen gesunden Spiegel unterstützen können

Auch wenn sich ein echter Testosteronmangel nicht im Alleingang über den Lebensstil beheben lässt, gibt es Alltagsfaktoren, die das hormonelle Gleichgewicht und die allgemeine Gesundheit unterstützen können. Sie sind kein gezieltes Mittel, um Testosteron zu steigern, und ersetzen bei Beschwerden keine ärztliche Abklärung. Als Teil eines gesunden Lebensstils sind sie aber grundsätzlich sinnvoll und tun dem ganzen Körper gut.

An erster Stelle steht der Schlaf. Ausreichender und erholsamer Schlaf gehört zu den Grundlagen eines ausgeglichenen Hormonhaushalts, und dauerhaft schlechter Schlaf kann sich ungünstig auswirken. Wer schlecht ein- oder durchschläft oder unter anhaltender Schlaflosigkeit leidet, sollte das ernst nehmen. Ähnliches gilt für das Körpergewicht: Da deutliches Übergewicht mit niedrigeren Werten in Verbindung gebracht wird, kann ein gesundes Gewicht günstig wirken. Regelmäßige Bewegung, gerade mit einem Anteil Krafttraining, unterstützt nicht nur die Muskulatur, sondern den Stoffwechsel insgesamt. Mehr dazu, wie Muskeln wachsen, lesen Sie im Beitrag zum Muskelaufbau.

Auch die Ernährung spielt eine Rolle, weniger als Wundermittel, sondern als Teil eines gesunden Alltags. Eine ausgewogene Kost mit ausreichend eiweißreichen Lebensmitteln liefert dem Körper wichtige Bausteine, und Nährstoffe wie Vitamin D sind für Knochen und Muskeln von Bedeutung. Ebenso gehört eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu einem gesunden Lebensstil dazu. Ein maßvoller Umgang mit Alkohol rundet das Bild ab. Wichtig bleibt: Von Boostern oder Präparaten, die eine schnelle Steigerung versprechen, ist ohne ärztlichen Rat abzuraten. Sie können Risiken bergen und ersetzen keine fundierte Abklärung. Hartnäckige Begleitbeschwerden wie wiederkehrende Kopfschmerzen gehören ebenfalls ärztlich abgeklärt, statt sie auf eigene Faust zu deuten.

Wann zur Ärztin oder zum Arzt und was dort passiert

Ein guter Anlass für ein ärztliches Gespräch ist, wenn Anzeichen wie nachlassendes Verlangen, anhaltende Müdigkeit, eine gedrückte Stimmung, Konzentrationsprobleme oder Erektionsschwierigkeiten über längere Zeit bestehen und den Alltag belasten. Auch wenn Beschwerden plötzlich oder ausgeprägt auftreten, sollte man nicht zögern. Es geht dabei nicht darum, sich selbst zu diagnostizieren, sondern darum, die Ursache fachlich klären zu lassen, denn viele dieser Anzeichen können ganz unterschiedliche Hintergründe haben.

In der Praxis beginnt die Abklärung üblicherweise mit einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Art und Dauer der Beschwerden, nach Vorerkrankungen, nach Medikamenten und nach Lebensgewohnheiten. Daraus ergibt sich ein erstes Bild, das hilft zu entscheiden, welche Untersuchungen sinnvoll sind. In aller Regel folgt ein Bluttest, oft am Morgen und bei einem niedrigen Wert mit einer Wiederholung an einem zweiten Tag. Je nach Ergebnis können weitere Werte oder Untersuchungen hinzukommen, um die Ursache einzugrenzen.

Ob und wie ein festgestellter Mangel behandelt wird, hängt von vielen Faktoren ab, etwa von der Ursache, der Höhe der Werte, den Beschwerden und der Gesamtsituation. Diese Entscheidung treffen die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt gemeinsam mit der betroffenen Person nach sorgfältiger Abwägung. Dieser Artikel empfiehlt ausdrücklich keine bestimmte Behandlung, keine Hormonzufuhr und keine Präparate, denn solche Schritte gehören in fachkundige Hände und müssen individuell abgewogen werden. Themen wie die Behandlung von Infektionen, etwa mit Antibiotika, zeigen ohnehin, dass Medikamente immer ärztlich begleitet gehören. Wichtig ist auch zu wissen, dass viele Formen eines Hormonmangels gut abklärbar sind und sich der Ursache nachgehen lässt.

Zusammenfassung: das Wichtigste in Kürze

Ein Testosteronmangel liegt vor, wenn der Körper eines Mannes dauerhaft zu wenig vom wichtigsten männlichen Geschlechtshormon bildet und gleichzeitig passende Beschwerden bestehen. Testosteron ist an vielen Vorgängen beteiligt, von Libido und Fortpflanzung über Muskeln und Knochen bis zu Energie und Stimmung, weshalb sich ein Mangel sehr unterschiedlich zeigen kann. Typische Anzeichen sind ein nachlassendes sexuelles Verlangen, Müdigkeit und Antriebslosigkeit, eine gedrückte Stimmung sowie der Verlust von Muskelmasse, doch all diese Anzeichen sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Als Risikofaktoren gelten unter anderem zunehmendes Alter, deutliches Übergewicht, chronische Erkrankungen und gestörter Schlaf. Sicher feststellen lässt sich ein niedriger Testosteronspiegel nur über einen Bluttest, der meist morgens abgenommen und in der Regel wiederholt wird. Ein gesunder Lebensstil mit gutem Schlaf, einem gesunden Gewicht, Bewegung und ausgewogener Ernährung kann das hormonelle Gleichgewicht unterstützen, ist aber kein gezieltes Mittel zur Steigerung und ersetzt keine Abklärung. Bei belastenden oder anhaltenden Beschwerden ist der Gang zur Ärztin oder zum Arzt der richtige Weg. Über eine mögliche Behandlung entscheiden allein ein Bluttest und das ärztliche Fachpersonal. Dieser Artikel dient der Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Testosteronmangel?

Von einem Testosteronmangel spricht man, wenn der Körper eines Mannes dauerhaft zu wenig Testosteron bildet und gleichzeitig Beschwerden bestehen, die dazu passen. In der Fachsprache wird dieser Zustand auch als Hypogonadismus bezeichnet. Ein einzelner niedriger Messwert allein reicht nicht aus, um von einem Mangel zu sprechen, denn der Testosteronspiegel schwankt im Tagesverlauf und kann durch andere Umstände vorübergehend sinken. Erst das Zusammenspiel aus typischen Anzeichen und einem wiederholt niedrigen Bluttest ergibt ein verlässliches Bild, das die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt einordnet.

Welche Anzeichen können auf einen Testosteronmangel hindeuten?

Zu den häufiger genannten Anzeichen gehören ein nachlassendes sexuelles Verlangen, Erektionsprobleme, allgemeine Müdigkeit und Antriebslosigkeit, eine gedrückte Stimmung, Schwierigkeiten bei der Konzentration sowie der Verlust von Muskelmasse und Kraft bei gleichzeitiger Zunahme von Bauchfett. Diese Anzeichen sind allerdings unspezifisch und können viele andere Ursachen haben, etwa Stress, Schlafmangel oder andere Erkrankungen. Deshalb lässt sich allein anhand der Beschwerden kein Mangel feststellen, sondern nur über einen Bluttest in Verbindung mit einer ärztlichen Einschätzung.

Was macht Testosteron im Körper?

Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon und an vielen Vorgängen beteiligt. Es spielt eine Rolle für das sexuelle Verlangen und die Fortpflanzungsfähigkeit, unterstützt den Aufbau und Erhalt von Muskelmasse, trägt zur Knochenstärke bei und ist an der Bildung roter Blutkörperchen beteiligt. Außerdem wird ihm ein Einfluss auf Energie und Stimmung zugeschrieben. Weil Testosteron so viele Bereiche berührt, können sich Veränderungen des Spiegels auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen.

Wie wird ein Testosteronmangel festgestellt?

Ein Testosteronmangel lässt sich nur über einen Bluttest sicher feststellen. Die Blutabnahme erfolgt in der Regel am Morgen, weil der Testosteronspiegel zu dieser Tageszeit am höchsten ist. Da der Wert schwanken kann, wird die Messung meist an einem zweiten Tag wiederholt, bevor ein Mangel als gesichert gilt. Je nach Situation können weitere Blutwerte bestimmt werden, um die Ursache genauer einzugrenzen. Die Einordnung der Ergebnisse und alle weiteren Schritte gehören in ärztliche Hände.

Warum wird der Bluttest meist morgens gemacht?

Der Testosteronspiegel folgt einem Tagesrhythmus und ist in den frühen Morgenstunden am höchsten, im Tagesverlauf sinkt er ab. Eine Abnahme am Vormittag liefert deshalb einen aussagekräftigeren Wert als eine Messung am Nachmittag oder Abend. Aus diesem Grund wird die Blutabnahme für die Bestimmung des Testosterons in der Regel auf den Morgen gelegt. Die genauen Vorgaben legt die Praxis oder das Labor fest.

Welche Ursachen kann ein niedriger Testosteronspiegel haben?

Die Ursachen lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen. Bei der einen liegt das Problem in den Hoden selbst, etwa durch Verletzungen, Entzündungen, bestimmte Behandlungen oder angeborene Besonderheiten. Bei der anderen liegt die Ursache in den übergeordneten Steuerzentren im Gehirn, die die Hoden zur Hormonbildung anregen. Daneben gibt es Umstände, die den Spiegel beeinflussen können, darunter zunehmendes Alter, deutliches Übergewicht, chronische Erkrankungen, bestimmte Medikamente sowie ein gestörter Schlaf. Welche Ursache vorliegt, klärt eine ärztliche Untersuchung.

Ist ein sinkender Testosteronspiegel im Alter normal?

Der Testosteronspiegel nimmt mit zunehmendem Alter bei vielen Männern langsam ab, und die als normal geltenden Werte liegen bei einem älteren Mann niedriger als bei einem jungen Mann. Ein gewisser Rückgang gehört also zum natürlichen Älterwerden. Ob ein niedriger Wert behandlungsbedürftig ist, hängt jedoch nicht allein vom Alter ab, sondern davon, ob gleichzeitig passende Beschwerden bestehen und andere Ursachen ausgeschlossen wurden. Diese Einordnung trifft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Kann Übergewicht den Testosteronspiegel beeinflussen?

Deutliches Übergewicht zählt zu den Umständen, die mit einem niedrigeren Testosteronspiegel in Verbindung gebracht werden. Auch Begleiterkrankungen, die häufiger mit Übergewicht auftreten, können eine Rolle spielen. Ein gesundes Körpergewicht gehört deshalb zu den Alltagsfaktoren, die im Rahmen eines gesunden Lebensstils günstig wirken können. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich ein bestehender Mangel allein über das Gewicht steuern lässt. Bei Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung der richtige Weg.

Kann ich meinen Testosteronspiegel mit dem Lebensstil beeinflussen?

Ein gesunder Lebensstil unterstützt den Körper insgesamt und kann sich günstig auf das hormonelle Gleichgewicht auswirken. Dazu zählen ausreichender und erholsamer Schlaf, ein gesundes Körpergewicht, regelmäßige Bewegung mit einem Anteil Krafttraining, eine ausgewogene Ernährung sowie ein maßvoller Umgang mit Alkohol. Diese Faktoren sind grundsätzlich empfehlenswert. Sie sind allerdings kein gezieltes Mittel, um Testosteron zu steigern, und ersetzen bei einem echten Mangel keine ärztliche Abklärung. Von Boostern oder Präparaten mit entsprechenden Versprechen ist ohne ärztlichen Rat abzuraten.

Wann sollte ich wegen eines möglichen Testosteronmangels zur Ärztin oder zum Arzt?

Sinnvoll ist ein ärztliches Gespräch, wenn Anzeichen wie nachlassendes Verlangen, anhaltende Müdigkeit, eine gedrückte Stimmung oder Erektionsprobleme belasten und über längere Zeit bestehen. Auch bei plötzlichen oder ausgeprägten Beschwerden sollte man nicht zögern. Die Ärztin oder der Arzt kann im Gespräch, mit einer Untersuchung und einem Bluttest klären, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt und was dahintersteckt. Eine Selbstdiagnose oder eigenmächtige Behandlung ist nicht ratsam.

Sollte ich bei Verdacht auf Testosteronmangel ein Präparat oder einen Booster nehmen?

Von frei verkäuflichen Boostern oder einer Hormoneinnahme auf eigene Faust ist abzuraten. Ob eine Behandlung sinnvoll ist und welche Form infrage kommt, lässt sich nur nach einem Bluttest und einer ärztlichen Untersuchung beurteilen. Eine unbegründete oder falsch dosierte Hormonzufuhr kann Risiken mit sich bringen. Dieser Artikel empfiehlt ausdrücklich keine bestimmte Therapie und keine Präparate. Die Entscheidung darüber treffen allein die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt gemeinsam mit der betroffenen Person.

Ersetzt dieser Artikel eine ärztliche Beratung?

Nein. Dieser Artikel fasst allgemeine Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammen und dient der Aufklärung. Er stellt keine Diagnose, empfiehlt keine bestimmte Behandlung und ersetzt nicht das Gespräch mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal. Bei Beschwerden, Fragen oder dem Verdacht auf einen Testosteronmangel wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Literaturverzeichnis
  1. Low Testosterone (Male Hypogonadism) (Cleveland Clinic)
  2. Male Hypogonadism (MSD Manual, Professional Version)
  3. Hypogonadism (MedlinePlus, U.S. National Library of Medicine)
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Autor

Equipe Editorial GuiaDeSaude

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