GuiaDeSaude

Bindehautentzündung beim Kind: Ursachen, Symptome, Ansteckung und Pflege

Von Equipe Editorial GuiaDeSaudeAktualisiert am 03. Juni 20269 Min. Lesezeit
Realistisches Foto eines Kindes mit einem geröteten, leicht tränenden Auge, das von einem Elternteil sanft betrachtet wird
Teilen:

Kaum etwas lässt Eltern schneller aufschrecken als ein plötzlich rotes, tränendes Auge beim Kind, dessen Lider am Morgen verklebt sind und das dem Nachwuchs sichtlich unangenehm ist. Eine Bindehautentzündung, in der Fachsprache Konjunktivitis genannt, gehört zu den häufigsten Augenbeschwerden im Kindesalter. Die gute Nachricht vorweg: In den allermeisten Fällen ist sie harmlos und klingt mit etwas Geduld und sorgfältiger Pflege wieder ab. Trotzdem lohnt es sich, die Ursachen, die typischen Anzeichen und vor allem die Warnzeichen zu kennen, bei denen ärztlicher Rat wichtig ist.

Dieser Ratgeber erklärt in klarer Sprache, was eine Bindehautentzündung beim Kind überhaupt ist, welche Auslöser dahinterstecken können und woran Sie die Beschwerden erkennen. Sie erfahren, wie ansteckend die Entzündung sein kann, welche Hygiene zu Hause hilft, wie Sie Ihr Kind bei der Linderung begleiten und wann der Weg zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt sinnvoll ist. Wichtig dabei: Weil es um die Augen und um Kinder geht, sollten Augenbeschwerden im Zweifel immer ärztlich abgeklärt werden. Dieser Text ersetzt keine kinderärztliche Beratung.

Was eine Bindehautentzündung beim Kind ist

Die Bindehaut ist eine dünne, durchsichtige Schleimhaut, die das Weiße des Auges überzieht und die Innenseite der Augenlider auskleidet. Sie schützt das Auge und hält es feucht. Wird diese empfindliche Schicht gereizt oder entzündet, schwellen die feinen Blutgefäße darin an, und das sonst weiße Auge wirkt rosa bis deutlich rot. Genau dieses gerötete Erscheinungsbild gibt der Bindehautentzündung im Englischen auch den anschaulichen Namen rotes Auge.

Bei Kindern ist die Konjunktivitis sehr häufig. Kleine Hände wandern oft ins Gesicht und an die Augen, in Kita und Schule wird vieles gemeinsam angefasst, und Erkältungsinfekte sind in diesen Lebensjahren an der Tagesordnung. All das macht die Bindehaut zu einem leichten Ziel für Reizungen und Infektionen. So beunruhigend ein knallrotes Kinderauge auch aussieht, in den meisten Fällen steckt eine vorübergehende, gut beherrschbare Reizung dahinter.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer reinen Reizung und einer ernsteren Augenerkrankung. Eine Bindehautentzündung betrifft die oberflächliche Schleimhaut und beeinträchtigt das Sehen in der Regel nicht dauerhaft. Wenn ein Kind jedoch über starke Schmerzen klagt, deutlich schlechter sieht oder sehr lichtempfindlich ist, kann mehr dahinterstecken, und es ist Zeit für eine ärztliche Untersuchung. Die genaue Einordnung, ob es sich wirklich nur um eine harmlose Bindehautentzündung handelt, gehört in fachkundige Hände.

Ursachen: viral, bakteriell, allergisch und gereizt

Eine Bindehautentzündung kann ganz unterschiedliche Auslöser haben, und die Ursache bestimmt mit, wie ansteckend sie ist und wie sie verläuft. Am häufigsten stecken Krankheitserreger dahinter, also Viren oder Bakterien. Virale Bindehautentzündungen treten oft im Zusammenhang mit einer Erkältung oder einem anderen Atemwegsinfekt auf, etwa einer Grippe, und gehen nicht selten mit weiteren Beschwerden wie Halsschmerzen oder Schnupfen einher. Das Augensekret ist dabei eher wässrig.

Bakterielle Formen führen dagegen häufig zu einem dickeren, gelblichen oder grünlichen Sekret, das die Lider verklebt, vor allem nach dem Schlafen. Ob im Einzelfall eine Behandlung nötig ist und ob dafür Antibiotika infrage kommen, entscheidet allein die ärztliche Untersuchung, denn Antibiotika wirken nur gegen Bakterien und nicht gegen Viren. Viele Bindehautentzündungen heilen ohnehin mit Geduld und guter Pflege von selbst ab.

Neben Infektionen spielen Allergien und äußere Reize eine Rolle. Eine allergische Bindehautentzündung entsteht durch eine Reaktion auf Pollen, Tierhaare oder Hausstaub, betrifft meist beide Augen gleichzeitig und macht sich vor allem durch Jucken und Tränen bemerkbar. Reize wie Staub, Rauch, Chlor im Schwimmbad oder sehr trockene Luft können die Bindehaut ebenfalls entzünden, ohne dass eine Ansteckung im Spiel ist. Eine Besonderheit gibt es bei Babys: Hier ist ein noch enger oder verschlossener Tränenkanal eine mögliche Ursache für ein dauerhaft tränendes, verklebtes Auge, was kinderärztlich beurteilt werden sollte.

Realistische Nahaufnahme eines geröteten Kinderauges mit leicht verklebten Wimpern
Ein gerötetes Auge mit verklebten Wimpern gehört zu den typischen Anzeichen einer Bindehautentzündung beim Kind.

Typische Symptome erkennen

Das auffälligste Zeichen einer Bindehautentzündung ist die Rötung des Auges. Statt im klaren Weiß erscheint das Augenweiß rosa bis kräftig rot, weil die feinen Blutgefäße der Bindehaut angeschwollen sind. Häufig ist nur ein Auge betroffen, doch gerade bei infektiösen Formen kann die Entzündung auf das zweite Auge übergreifen. Viele Kinder wirken dadurch quengelig und reiben sich immer wieder an den Augen, was die Reizung noch verstärkt.

Hinzu kommen vermehrtes Tränen und ein Sekret. Bei bakteriellen Formen ist dieses Sekret oft dick und gelblich und führt dazu, dass die Lider morgens regelrecht verklebt sind, sodass das Kind die Augen zunächst kaum öffnen kann. Bei viralen Formen ist die Absonderung eher dünn und wässrig. Viele Kinder klagen außerdem über Jucken, Brennen oder ein Fremdkörpergefühl, als hätten sie Sand im Auge. Manche reagieren empfindlich auf helles Licht und kneifen die Augen zusammen.

Begleitend können die Lider leicht anschwellen und gerötet sein. Bei jüngeren Kindern, die ihre Beschwerden noch nicht in Worte fassen, zeigt sich die Bindehautentzündung oft an indirekten Zeichen: häufiges Augenreiben, Unruhe, schlechterer Schlaf und manchmal sogar Schlaflosigkeit, weil das Auge unangenehm juckt oder spannt. Auch Begleitsymptome eines Infekts wie Kopfschmerzen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl können auftreten, wenn die Bindehautentzündung Teil einer Erkältung ist.

Wie ansteckend sie ist und Hygiene zu Hause

Ob eine Bindehautentzündung ansteckend ist, hängt von ihrer Ursache ab. Virale und bakterielle Formen sind ansteckend und verbreiten sich leicht. Allergische und durch Reize ausgelöste Formen sind dagegen nicht übertragbar. Da sich von außen jedoch nicht sicher erkennen lässt, welche Form vorliegt, ist im Familienalltag Vorsicht der klügere Weg, bis die Ursache geklärt ist. Die infektiösen Formen springen typischerweise über eine sogenannte Schmierinfektion über, also über die Hände, über Gegenstände und über gemeinsam genutzte Textilien.

Der wichtigste Schutz ist gründliches und häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife, sowohl beim erkrankten Kind als auch bei allen, die es pflegen oder versorgen. Reiben Sie dem Kind möglichst nicht mit denselben Fingern oder Tüchern an beiden Augen, denn so kann die Entzündung leicht vom einen auf das andere Auge übergehen. Berühren Sie das gesunde Auge zuerst, wenn Sie beide versorgen, und waschen Sie sich vor und nach jeder Augenpflege die Hände.

Im Haushalt gilt: Jedes Familienmitglied benutzt sein eigenes Handtuch und seinen eigenen Waschlappen, und diese werden heiß gewaschen. Wechseln Sie Kissenbezüge häufiger und waschen Sie sie ebenfalls heiß. Teilen Sie keine Augentropfen, keine Kosmetik und kein Spielzeug, das direkt mit den Augen in Kontakt kommt. Ein gut gewässerter Körper unterstützt das allgemeine Wohlbefinden in der Krankheitsphase, achten Sie deshalb auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine ausgewogene Ernährung. Mit diesen einfachen Maßnahmen lässt sich das Ansteckungsrisiko für Geschwister und Eltern deutlich verringern.

Pflege und Linderung

Auch wenn viele Bindehautentzündungen von selbst abheilen, können Sie Ihr Kind in dieser Zeit gut begleiten und ihm das Auge angenehmer machen. Besonders störend ist für viele Kinder das verklebte Sekret. Sie können es vorsichtig entfernen, indem Sie ein sauberes Tuch oder Wattepad mit abgekochtem und wieder abgekühltem Wasser anfeuchten und damit sanft von der inneren zur äußeren Lidkante wischen. Verwenden Sie für jedes Auge ein frisches Tuch und entsorgen Sie es danach, um keine Erreger zu verschleppen.

Eine kühle, feuchte Auflage auf dem geschlossenen Auge kann Linderung verschaffen und das Spannungsgefühl mildern. Achten Sie darauf, dass das Kind sich nicht ständig an den Augen reibt, denn das verstärkt die Reizung und kann die Erreger weiter verteilen. Ruhe, ein abgedunkelter Raum bei Lichtempfindlichkeit und liebevolle Zuwendung helfen oft mehr, als man denkt. Bei einer allergisch bedingten Form kann es sinnvoll sein, den Auslöser wie Pollen oder Tierhaare so gut wie möglich zu meiden.

Ein klarer Grundsatz gilt für alle Mittel: Geben Sie Ihrem Kind keine Augentropfen, Salben oder andere Medikamente ohne ärztliche Rücksprache, und greifen Sie nicht auf Reste aus früheren Behandlungen oder auf Mittel anderer Personen zurück. Welche Pflege oder Behandlung im Einzelfall richtig ist, hängt von der Ursache ab, und diese kann nur eine ärztliche Untersuchung sicher klären. Eine gute allgemeine Versorgung des Kindes mit ausgewogener Kost, etwa mit Lebensmitteln, die Eisen liefern, und ausreichend Schlaf unterstützt das Immunsystem in der Genesungsphase. In manchen Fällen kann die Ärztin oder der Arzt zur Abklärung weiterführende Untersuchungen veranlassen, etwa ein Blutbild, wenn ein größerer Infekt vermutet wird.

Realistisches Foto eines Elternteils, das das geschlossene Auge eines Kindes mit einem sauberen, feuchten Tuch sanft reinigt
Verklebtes Sekret lässt sich mit einem sauberen, feuchten Tuch vorsichtig von innen nach außen entfernen, für jedes Auge ein frisches Tuch.

Warnzeichen und wann zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt

So harmlos die meisten Bindehautentzündungen sind, es gibt Situationen, in denen ärztlicher Rat nicht warten sollte. An erster Stelle stehen die Allerkleinsten: Ein gerötetes, geschwollenes oder eiterndes Auge bei einem Baby in den ersten Lebenswochen sollte immer umgehend ärztlich beurteilt werden. Bei Neugeborenen kann eine Bindehautentzündung Zeichen einer Infektion sein, die rasch behandelt werden muss, denn unbehandelte schwere Formen können in diesem Alter das Auge ernsthaft gefährden. Hier gilt: lieber einmal zu früh als zu spät ärztlichen Rat einholen.

Auch bei älteren Kindern gibt es deutliche Warnsignale. Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Ihr Kind über starke Augenschmerzen klagt, wenn es ausgeprägt lichtempfindlich ist, wenn es schlechter oder verschwommen sieht, wenn das Auge sehr stark gerötet ist oder wenn die Lider und das Gewebe rund um das Auge anschwellen. Ebenso sollten Sie nicht zu lange abwarten, wenn die Beschwerden nicht abklingen, sich verschlimmern oder immer wiederkehren. Solche Zeichen können auf eine Beteiligung tieferer Augenstrukturen oder eine andere Ursache hinweisen, die genauer untersucht werden muss.

Die Kinderärztin oder der Kinderarzt kann das Auge untersuchen, die wahrscheinliche Ursache einordnen und entscheiden, ob eine Behandlung nötig ist oder eine Vorstellung bei einer Augenärztin oder einem Augenarzt sinnvoll erscheint. Sie berät auch zu praktischen Fragen, etwa wann Ihr Kind wieder in die Kita oder Schule darf. Vertrauen Sie als Eltern dabei ruhig Ihrem Bauchgefühl: Wenn Ihnen etwas am Auge Ihres Kindes Sorgen macht, ist eine ärztliche Einschätzung immer der sichere Weg. Manche Eltern fragen sich, ob bestimmte Nährstoffe wie Vitamin D eine Rolle für die Augengesundheit spielen, doch bei einer akuten Bindehautentzündung steht die Abklärung der Ursache im Vordergrund, nicht die Ernährung.

Das Wichtigste auf einen Blick

Eine Bindehautentzündung beim Kind, also eine Konjunktivitis, ist eine sehr häufige und meist harmlose Reizung oder Entzündung der Bindehaut, der dünnen Schicht über dem Augenweiß und der Lidinnenseite. Typische Anzeichen sind ein rotes Auge, vermehrtes Tränen, ein Sekret und am Morgen verklebte Lider, dazu oft Jucken, Brennen oder ein Fremdkörpergefühl. Die Ursachen reichen von Viren und Bakterien über Allergien bis zu äußeren Reizen, und bei Babys kommt ein verschlossener Tränenkanal als möglicher Auslöser hinzu.

Virale und bakterielle Formen sind ansteckend und verbreiten sich leicht über Hände und gemeinsam genutzte Handtücher, weshalb häufiges Händewaschen, eigene Textilien und das Vermeiden von Augenreiben so wichtig sind. Zur Linderung helfen das sanfte Entfernen des Sekrets mit einem sauberen, feuchten Tuch, kühle Auflagen und Ruhe, immer ohne Medikamente in Eigenregie. Besonders aufmerksam sollten Eltern bei Babys, starken Schmerzen, Sehstörungen, ausgeprägter Lichtempfindlichkeit, starker Schwellung oder anhaltenden Beschwerden sein. In diesen Fällen und bei jedem unguten Gefühl ist die Kinderärztin oder der Kinderarzt die richtige Ansprechperson. Dieser Ratgeber ersetzt keine kinderärztliche Beratung, hilft Ihnen aber, die Beschwerden Ihres Kindes besser einzuordnen und gelassener zu begleiten.


Gelesene Quellen:

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Bindehautentzündung beim Kind?

Eine Bindehautentzündung, fachlich Konjunktivitis genannt, ist eine Reizung oder Entzündung der Bindehaut. Das ist die dünne, durchsichtige Schicht, die das Weiße des Auges und die Innenseite der Lider überzieht. Wird sie gereizt, schwellen feine Blutgefäße an und das Auge wirkt rosa bis rot. Bei Kindern ist sie sehr häufig und in den allermeisten Fällen harmlos, auch wenn das gerötete Auge auf den ersten Blick beunruhigend aussehen kann.

Welche Ursachen hat eine Bindehautentzündung bei Kindern?

Häufige Auslöser sind Viren und Bakterien, daneben spielen Allergien und äußere Reize eine Rolle. Virale Formen treten oft zusammen mit Erkältungen auf. Bakterielle Formen führen eher zu dickerem, gelblichem Sekret. Allergische Bindehautentzündungen entstehen durch Pollen, Tierhaare oder Hausstaub und betreffen meist beide Augen mit Juckreiz. Reize wie Staub, Rauch oder trockene Luft können die Bindehaut ebenfalls reizen. Bei Babys ist außerdem ein noch enger oder verschlossener Tränenkanal eine mögliche Ursache.

Wie erkenne ich die Symptome einer Bindehautentzündung beim Kind?

Typisch sind ein gerötetes Auge, vermehrtes Tränen und ein Sekret, das die Wimpern verklebt. Viele Kinder reiben sich die Augen, klagen über Jucken, Brennen oder ein Gefühl, als hätten sie Sand im Auge. Bei einer bakteriellen Form ist das Sekret oft gelblich und dick, sodass die Lider morgens verklebt sind. Bei einer viralen Form ist die Absonderung eher wässrig. Manche Kinder reagieren empfindlich auf helles Licht.

Ist eine Bindehautentzündung beim Kind ansteckend?

Virale und bakterielle Bindehautentzündungen sind ansteckend. Sie verbreiten sich leicht über die Hände, über gemeinsam benutzte Handtücher, Kissen oder Spielzeug und können vom einen Auge auf das andere übergehen. Allergische und durch Reize ausgelöste Formen sind dagegen nicht ansteckend. Da sich von außen nicht sicher sagen lässt, welche Form vorliegt, sind gründliche Hygiene und Vorsicht im Familienalltag sinnvoll.

Wie lange ist eine Bindehautentzündung ansteckend?

Die Dauer hängt von der Ursache ab und lässt sich nicht pauschal angeben. Solange das Auge gerötet ist, tränt und ein Sekret bildet, ist bei infektiösen Formen grundsätzlich von Ansteckungsfähigkeit auszugehen. Konsequente Hygiene mit häufigem Händewaschen und eigenen Handtüchern senkt das Übertragungsrisiko. Ob und ab wann Ihr Kind wieder in die Kita oder Schule darf, klären Sie am besten mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt und der Einrichtung.

Was kann ich zu Hause zur Linderung tun?

Hilfreich ist, das verklebte Sekret vorsichtig zu entfernen. Wischen Sie dazu mit einem sauberen, mit abgekochtem und abgekühltem Wasser angefeuchteten Tuch von der inneren zur äußeren Lidkante, für jedes Auge ein frisches Tuch. Eine kühle Auflage kann angenehm sein. Halten Sie die Hände Ihres Kindes möglichst vom Auge fern und sorgen Sie für Ruhe. Geben Sie keine Medikamente oder Augentropfen ohne ärztliche Rücksprache.

Welche Hygiene ist zu Hause wichtig?

Häufiges, gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife ist der wichtigste Schutz, sowohl für das Kind als auch für die Personen, die es pflegen. Jedes Familienmitglied sollte ein eigenes Handtuch und einen eigenen Waschlappen benutzen, und diese werden heiß gewaschen. Kissenbezüge sollten häufiger gewechselt werden. Reiben Sie nicht mit denselben Tüchern an beiden Augen, und teilen Sie keine Augentropfen oder Kosmetik.

Wann sollte ich mit meinem Kind zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt?

Lassen Sie ein gerötetes oder eiterndes Auge bei einem Baby in den ersten Lebenswochen umgehend ärztlich abklären. Suchen Sie auch dann ärztlichen Rat, wenn Ihr Kind über starke Augenschmerzen klagt, sehr lichtempfindlich ist, schlechter oder verschwommen sieht, wenn das Auge stark gerötet oder geschwollen ist, das Umfeld des Auges anschwillt oder die Beschwerden nicht abklingen. Bei Unsicherheit ist eine ärztliche Einschätzung immer der sichere Weg.

Warum ist eine Bindehautentzündung bei Babys besonders ernst zu nehmen?

Bei Neugeborenen und sehr jungen Säuglingen kann eine Bindehautentzündung Zeichen einer Infektion sein, die rasch behandelt werden muss. Geschwollene Lider und eine eitrige Absonderung in den ersten Lebenswochen sollten immer zügig ärztlich beurteilt werden, da unbehandelte schwere Formen das Auge gefährden können. Aus diesem Grund gilt bei den Kleinsten: lieber einmal mehr ärztlichen Rat einholen als abwarten.

Helfen Antibiotika gegen eine Bindehautentzündung?

Das hängt von der Ursache ab. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien und nicht gegen Viren oder Allergien. Viele Bindehautentzündungen heilen mit Geduld und guter Hygiene von selbst ab. Ob im Einzelfall eine Behandlung mit Augentropfen oder Salben sinnvoll ist, entscheidet die Kinderärztin oder der Kinderarzt nach Untersuchung des Auges. Geben Sie Ihrem Kind solche Mittel niemals eigenmächtig und nutzen Sie keine Reste aus früheren Behandlungen.

Kann mein Kind mit Bindehautentzündung in die Kita oder Schule?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten und hängt von der Ursache und den örtlichen Regeln der Einrichtung ab. Allergische und durch Reize ausgelöste Formen sind nicht ansteckend. Bei infektiösen Formen mit deutlicher Rötung und Sekret ist Zurückhaltung sinnvoll. Sprechen Sie die Rückkehr mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt und mit der Kita oder Schule ab, damit Sie die für Ihr Kind passende Entscheidung treffen.

Ersetzt dieser Ratgeber den Besuch bei der Kinderärztin oder beim Kinderarzt?

Nein. Dieser Text bietet allgemeine, aufklärende Informationen über die Bindehautentzündung bei Kindern. Er ersetzt keine individuelle Untersuchung, Diagnose oder Beratung. Gerade weil es um die Augen und um Kinder geht, gehört die Einschätzung in fachkundige Hände. Bei Beschwerden oder Unsicherheit ist die Kinderärztin oder der Kinderarzt die richtige Ansprechperson.

Literaturverzeichnis
  1. Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Ursachen und Behandlung (gesund.bund.de, Bundesministerium für Gesundheit)
  2. Infektiöse Bindehautentzündung (MSD Manual, Ausgabe für Patienten)
  3. Bindehautentzündung bei Neugeborenen (MSD Manual, Ausgabe für Patienten)
  4. Conjunctivitis (National Health Service, NHS)
Teilen:
War dieser Inhalt hilfreich?

Autor

Equipe Editorial GuiaDeSaude

Das Redaktionsteam von GuiaDeSaude recherchiert und verfasst Inhalte aus anerkannten medizinischen Quellen (PubMed, Gesundheitsministerium, WHO, Mayo Clinic u. a.). Alle Informationen werden vor der Veröffentlichung anhand von mindestens zwei Quellen geprüft.

Nächster Artikel

Wann krabbeln Babys? Altersspanne, Phasen und sanfte Förderung verstehen